Gute 25 Kilometer von der Großstadt Valencia entfernt befindet sich einer der wichtigsten Orte für die Geschichte von Venezuela.
Das Campo de Carabobo ist ein Nationaldenkmal. Es befindet sich an dem Ort, wo am 24.Juni 1824 die entscheidende Schlacht im Unabhängigkeitskrieg von Venezuela stattfand.
Damals standen sich 5000 spanische Soldaten und 6500 Soldaten von Simon Bolivar gegenüber. Bolivar siegte durch geschickte Taktik. Es war eine der opferreichsten Auseinandersetzungen im Unabhängigkeitskrieg.
Das Schlachtfeld ist heute Park. Mittelpunkt ist ein 28 Meter hoher Triumphbogen auf dessen Türmen, rechts und links, Szenen von der Schlacht zu entdecken sind. Hinter dem Bogen befindet sich ein Bassin. Hinter den Bassin ist ein riesiges Reiterstadtbild von Simon Bolivar zusehen. Davor sechs Kränze.
Das Gelände ist ein riesiger Park, mit viel Grün und für venezolanische Verhältnisse sehr sauber. Es ist auch sehr ruhig.
Die wichtigste Touristenattraktion ist der Wachwechsel der Ehrenwache direkt unter dem Triumphbogen.
Für die Soldaten die dort Wache stehen ist es eine Ehre, zwei Stunden in brütender Hitze, bei Wind und Wetter dort zu stehen.
Es sind die besten einer Einheit, die für eine Woche die Ehrenwache übernehmen.
Die Uniformen sind den historischen von 1824 nachempfunden.
Die beiden Herren neben mir sind dazu da, um auf zupassen, das die Uniform richtig sitzt oder eine kurze Massage des Nacken
der den Schweiß abtupfen. Sie sind auch dazu da, während der Wachablösung die Zuschauer an den richtigen Platz stehen zu lassen.
Die Wachablösung beginnt auf der großen Allee vor dem Denkmal, die für Militärparaden genutzt wird.
Von dort kommt die Ablösung und maschiert mit einem Trommlern auf das Denkmal zu.
Alles militärisch genau und eingeübt. Die Beine beim Stechschritt in der Wagerechten. Dann treten die neuen Wachen hervor und
marschieren neben die alten. Dann erfolgt zackig, fast in preussischer Manier die Ablösung.
Es wird noch ein Text aufgesagt, so etwas zum Wohl Venezuelas oder so. Dann reihen sich die alten Wachen ein, die neuen stehen wie
Zinnsoldaten am Platz und die Formation marschiert wieder über die Allee in die Kaserne.
Dieses Ritual wurde von dem ehemaligen Diktator eingeführt und auch die Regierung die den so genannten “Sozialismus des 21. Jahrhunderts”
für sich reklamiert, hält an diesem Ritual fest.
Es ist sehr erstaunlich wie die heutigen Machthaber in Venezuela an viele alte Zöpfe der von ihnen verachteten Kapitalisten festhalten.
Die Regierung Chaves betreibt um Simon Bolivar einen regelrechten Kult. Nicht nur weil 2011, sich der 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung gefeiert wurde, sondern weil sie Bolivar, als einen Sozialisten sehen.
Seltsam nur, das Simon de Bolivar, aus einer der reichsten Familien des Landes entstammte und wenn man den Lebensläufen im Internet glauben darf, alles andere als ein Sozialist war. Aber das kennen wir ja vom Sozialismus in Europa, da hatten sich die Herren Kommunisten oder Sozialisten auch so manchen toten “Helden” bedient, die mit ihren Ideen so gar nichts zu tun hatten. Die Geschichte wiederholt sich.
Anzumerken ist, das die Venezolaner, egal welcher politischen Fraktion sie angehören alle sehr stolz auf ihre Helden des Unabhängigkeitskrieges sind. Auch wenn ansonsten das Geschichtswissen nicht sehr ausgeprägt ist, wissen alle relativ gut bescheid, wenn es um Simon Bolivar, auch “Der Befreier” genannt, und seine Generäle geht.
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